Wie werden Märchenfiguren definiert? In der Regel auf Grundlage ihres Berufsstandes. Da gibt es die Arbeiter (Koch, Schneider, Bauer, …), die Kampferprobten (Ritter, Soldat, …), die Magiebegabten (Zauberer, Hexe, Fee, …) und die Königsfamilie (König, Königin, Prinz, Prinzessin).
Bei einigen Figuren wird jedoch eine Zuschreibung auf die Rolle in der Familie reduziert. Da gibt es vom Sohn über die Stiefmutter bis zur Großmutter kaum weitere Informationen über die Figur. Manchmal gibt es noch Namen, wie z. B. Rotkäppchen oder Hänsel und Gretel.
Archetypisch unterscheiden sich diese Familienmitglieder kaum von anderweitig dargestellten Figuren. Sie entsprechen den Mitgliedern der Königsfamilie, nur eben ohne Reichtümer und Herrschaft. So stehen sie zugleich für das Alltägliche und das Archetypische – Kinder, Eltern, Geschwister, die plötzlich im Märchen zu Held:innen werden.
Sohn = Prinz
Tochter = Prinzessin
Mutter = Königin
Vater = König
(Böse) Stiefmutter = Hexe oder böse Fee
Allein die Großeltern spielen eine andere Rolle. Sie sind in der Regel Randfiguren und durch Besonnenheit und Weisheit gekennzeichnet (Der Teufel mit den drei goldenen Haaren), aber auch durch Hilfsbedürftigkeit (Rotkäppchen, Der alte Großvater und der Enkel).
Märchen mit Held:innen aus der Familie
Klassische Märchen
- Jacob und Wilhelm Grimm: „Rotkäppchen“, „Hänsel & Gretel“, „Der alte Großvater und der Enkel“, „Märchen von einem, der auszog das Fürchten zu lernen“ … aus „Kinder- und Hausmärchen“
- Hans Christian Andersen: „Die Schneekönigin“